Gedicht

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Leben lieben lassen

 

Lassen bedeutet, dem Gegenüber

eine Eigenständigkeit zu - billigen.

 

"Billig" sind zauberhafte Dinge.

Weil sie einfach da sind,

haben sie für Seelentaube

keinen Wert.

 

Die Liebe ist einfach da,

auch die Vielfalt der Schöpfung,

und die Elemente: 

das Wasser, die Erde,

die Luft und das Feuer der Sterne.

 

Im Lassen begegne ich

Lebewesen und Dingen

in ihrer einzigartigen Einmaligkeit.

"Es ist wie es ist, spricht die Liebe".1

 

Das Wunder der Schöpfung

umhüllt uns überall:

in Milliarden Galaxien des Alls

und den Energien der Atome.

 

Auf geheimnisvolle Weise

ist alles verbunden.

Wir können das All einatmen

und in die Schöpfung eintauchen.

 

In jedem Mensch sind von Anfang an

alle Fähigkeiten angelegt.

Es braucht Zeit, Raum und Begegnung,

um sie stimmig zu entfalten.

 

Und doch bleiben wir unvollkommen,

nur ein Gleichnis des Schöpfers.

Wir finden die Fülle durch Teilen,

in gegenseitiger Wertschätzung.

 

Wer sich den Wundern

des Lebens nicht mehr öffnet,

empfindet im Geist eine Krise,

die uns auffordert zur Entwicklung.

 

Wenn ich mich in innerer Stille,

einlasse auf die Vielfalt der Schöpfung,

wandle ich vom Alleinsein

in das All-Eins-Sein des Einklangs.

 

Unser Weg führt vorwärts,

zurück zum Ursprung.

Wir drehen in der Schöpfung einen Kreis

und erkennen die Unendlichkeit.

 

Zeit ist nur der Spiegel unserer Werte,

und misst die Distanz zu den Dingen.

Jedem ist seine Zeit gegeben,

als Ausdruck innerer Bewegtheit.

Vor nichts schützt sich der Mensch

so sehr, wie vor dem Paradies.

Im Nichts findet der Mensch

den Grund seiner Persönlichkeit.

 

Im Chaos weilt die Ordnung

der wunderbaren Schöpfung:

"Die Liebe kennt nicht den Tod",2

sie weckt neues Bewusstsein.

 

Der Schöpfungsfunke spiegelt sich

selbstähnlich in allen Dingen.

Wie eine Sternschnuppe

findet die Resonanz unsere Seele.

 

"Man muss noch Chaos in sich tragen

um einen tanzenden Stern zu gebären",3

und Engel zu erkennen.

Ich gehe mit Dir und kenne den Weg,

 

...spricht der Engel.4

 

( Uli Lorenz )

 

1 Erich Fried; 2 Hölderlin; 3 Friedrich Nietzsche, 4 Buch Tobit 5,6

 

 
 
Kreativität beginnt damit, neuen Impulsen Raum zu geben und Zufälle wirken zu lassen