Geschichte

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Geschichte 
der Zeitmessung und Zeitkonstruktion

© Uli Lorenz, 2001

 

Vom Ur-Knall zur Ur-Zeit

Mit dem Urknall vor 15 Milliarden Jahren nahmen Zeit und Raum ihren Anfang.

Wissenschaftler erklären sich dieses Ereignis durch eine Übersättigung von Antimaterie das durch einen dichten Kern zum überkochen kam und gewaltig explodierte.

Ob es vor dem Urknall etwas gab, bleibt den Menschen wohl immer verborgen.

Die Physik hält es aber für durchaus möglich, dass es weitere Universen gibt.

Aus dem Urgas bildeten sich Atome heraus und im Laufe der Abkühlung des Gases entstand Materie in den zahlreichen Galaxien. Die ältesten Gesteine auf der Erde bildeten sich vor ca. 4 Mrd. Jahren.

Auf unserer Erde bildet die Sonne die Ur-Zeit

Sie ist der älteste Zeitmesser. Von einem Sonnenaufgang zum nächsten vergeht ein Erd-Tag. Von einem gleichlangen Sonnentag zum nächsten vergeht ein Jahr. Heute wissen wir, dass in dieser Zeit die Erde einmal um die Sonne gewandert ist und durch die eigene Umdrehung (Tag) und den Neigungswinkel der Erde die Sonnentage unterschiedlich lange sind.

Die Erfindung der Uhr-Zeit

Zur Einteilung der Arbeit und der Nachtwachen erfanden die Menschen in allen Kulturen Geräte, die den hellen Tag und die dunkle Nacht in gleichlange Abschnitte einteilten. Die meisten Völker unterteilten Tag und Nacht in jeweils 12 Einheiten, die als Stunden bezeichnet wurden. Die Erfindung der Uhr-Zeit erleichtere die Orientierung im Jahresablauf und auf See.

Zuerst gab es die Temporäre Zeit: durch die unterschiedliche Sonnenbestrahlung sind die Tage verschieden lang. Dies führte dazu, dass im Sommer die Stunden länger waren als im Winter. Den Schatten der Sonne nützten die Menschen zum erstellen von Sonnenuhren, die den Nachteil haben, dass sie weder Nachts noch bei Bewölkung funktionieren. Die Beobachtung der Sterne und der scheinbare Aufgang der Sternbilder ermöglichte bei klarem Himmel und Sachkenntnis eine Zeiteinteilung in der Nacht.

Aus Schwerkraft Uhr-Zeit machen

Das Phänomen der Schwerkraft ermöglichte die Erfindung weiterer Zeitmesser: Sanduhren und Wasseruhren (Einlauf- und Auslaufuhren), deren Inhalt durch eine kleine Öffnung in immer gleicher Geschwindigkeit durchrinnt. Diese Verrinnen der Zeit wurde zum Symbol für das menschliche Leben.

Die Bewusstheit des Todes macht es letztlich erst notwendig und sinnvoll, die Zeit einzuteilen. Würden wir unsterblich sein, hätten wir für alle Wünsche, Ziele und Aufgaben beliebig viel Zeit.

Auch Öllampen mit einem Glasbehälter für das Öl wurden mit Skalen versehen, um nachts die Verbrennung des Öls zu messen und daraus die Zeit abzuleiten. Mit Kerzenuhren, die ebenfalls mit Skalen markiert wurden, konnte man ebenfalls die Zeit bestimmen.

Die Schwerkraft ermöglichte eine raffinierte Form, die in Klöstern angewendet wurde: kleine Kugeln wurden an den Skalen in das Wachs eingedrückt, die zu einer vollen Stunde herunterfielen und die Zeit hörbar machten.

Die Kunst der Mechanik

Mit der Entdeckung des Pendels und des Schwungrades wurden mechanische Uhren entwickelt. Die Schwerkraft eines Gewichtes war zunächst der Antrieb und raffinierte Erfindungen von Hemmung, Waag und Unruh ermöglichten einen weitgehend gleichmäßigen Zeitablauf.

Die Pendeluhr bewahrte die Zeit zwischen den astronomischen Himmelsbeobachtungen aus dem Wohnsitz der Götter und wurde daran immer wieder nachgestellt.

Mit Erfindung der Taschenuhren konnte man die Zeit sogar mitnehmen.

Es entstanden immer genauere Präzisionsuhren, die ab dem 18. Jahrhundert auch Minuten- und Sekundenzeiger bekamen und manchmal auch Wochentage, Monat und Mondphase anzeigen konnten.

Wahnsinn des Perfektionismus

Die Sekunde wurde bis 1956 als das 84 400-ste Teil des mittleren Sonnentages definiert. Diese Einteilung wurde den Zeitmessern jedoch zu ungenau und so bestimmten sie 1967 die Sekunde als das 9 192 631 770 -fache der dem Übergang der beiden Hyperfeinstrukturniveaus des Nukleids 133Cäsium entsprechende Strahlung.

Hinweis: Diese Informationen sind sehr schön im Deutschen Museum in München dargestellt.

 

 
 
Kreativität beginnt damit, neuen Impulsen Raum zu geben und Zufälle wirken zu lassen