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Bildung in Kindertagesstätten
Weiterbildung pädagogischer Fachkräfte
 


© Uli Lorenz, Stand: April 2005


1.                      Bildung

1.1                          Bildungs-Standards und Evaluation

1.2                          Bayerischer Bildungs- und Erziehungsplan

1.4                     Schlüssel-Kompetenzen (IBE)

2.                            Menschenbild

2.1                          Fähigkeiten und Fertigkeiten

2.2                          Werte in der Subjektorientierten Pädagogik

2.3                          Ethische und religiöse Werte

2.4                          Beobachtung und Entwicklungsbegleitung

2.5                          Ganzheitlichkeit

2.6                          Projektarbeit

2.7                          Autopoiese

2.8                          Konstruktivismus

2.9                          Systemtheorie

2.10                        K3: Kooperation, Kommunikation, Kreativität

2.11                        Delphin-Management

2.12                        Flow Teams

2.13                        Emergenz-Steigerung

3.                      Einer narzisstischen Gesellschaft entgegen wirken

4.                      Bildungs-Perspektive für die Zukunft: 
                         Systemisch-Ökologische-Kompetenz (ÖKO-SYS)

1. Bildung
beschreibt das Bemühen um die Ausbildung aller persönlichen Kräfte eines Menschen zu einem harmonischen Ganzen (W. von Humboldt)
und ist somit ein lebenslanger Prozess des Menschen, um sich ein sinnvolles Bild von sich, der Mitwelt und  der Schöpfung zu machen.
Die Grundlagen einer entwicklungsfördernden Bildung sind die Evolu­tions-Bausteine Kooperation, 
Kommunikation und Kreativität (3K).[1]

Unesco
-Definition:

-          Wissen erwerben: lernen wie man lernt, Informationen vernetzen

-          Fähigkeit zu handeln: Wissen anwenden zu können,
           sich auf neue Situationen einstellen können

-          Fähigkeit mit anderen zu leben: Respekt, Verständnis, Abhängigkeiten erfassen

-          Fähigkeit für das Leben: eigene Persönlichkeit entfalten, individuelle Potentiale 
           fördern


Bildung ist niemals Belehrung
„Wir ertrinken in Informationen und hungern nach Wissen“ (John Naisbitt)

Wissen: ist ein Modell für die Wirklichkeit

und stellt die Fähigkeit zum Handeln her. [2]

Gesamtheit der Kenntnisse, die jemand hat, [3]

Wissen ist die bewusste Anwendung und Zuordnung von Informationen. [4]

 

Bildung bietet Sicherheit, ... durch eigene Urteilskraft dem Leben Sinn und Ziel zu geben

Gebildet ist der, der sein eigenes Wissen einordnen kann.[5]

Bildung ist das, was übrigbleibt, wenn wir vergessen, was wir gelernt haben.[6]

Bildung als Sozialer Prozess[7]: z.B. als Projektarbeit, bei der die Beteiligten Fähigkeiten, Wissen 
und Fertigkeiten einbringen und voneinander lernen (=Bildung)

Erwachsenenbildung fragt nach Aneignung von Wissen, Deutungen und Erfahrungen... in Lernpro-
zessen, in denen Erwachsene sich vor dem Hintergrund ihrer biografischen und lebensweltlichen 
Erfahrungen um eine Transformation bisheriger Deutungsmuster und Konzeptionen bemühen...[8]

Erwachsenenbildung hat die Aufgabe, Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsfindung zu unter- 
stützen. Es genügt nicht, lediglich Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln,

sondern EB muss die Teilnehmer und deren innere und äußere Lebensgeschichte ins Zentrum setzen.[9]
Erforderlich ist eine Differenzierung des päd. Angebots, um auf individuelle Unterschiede einzugehen 
und die Chance sozialer Vielfalt für ein friedliches Miteinander zu begreifen.[10]

Durch das Nachdenken über die eigene Biographie, über Schlüsselerlebnisse,... Freuden und Ängste, 
Interessen und Vermeidungsreaktionen... wird eine biographische Bilanz und eine Lebensplanung für 
die Zukunft erleichtert.[11]

 

1.1       Bildungs-Standards

Gute Rahmenbedingungen

(Raum, Natur, Stühle, Kaffee, Licht, Skripten, Zertifikate, Wegbeschreibung...)

verbindliche Vereinbarungen über Inhalte und Ressourcen (z.B. Zeit, Kosten), Kontrakt mit Teilnehmern 
über Inhalte, Themenbezogene Impulse,

Achtung der Würde der Personen,

Respekt vor individuellen Erfahrungen und Wissen,

Einbindung von Fähigkeiten, Wissen und Fertigkeiten der Teilnehmer

Voneinander lernen

„Ein guter Pädagoge ist ein guter Lernender“ (Freire) Lebenswelt- u. Subjektorientierte Pädagogik

Evaluation (Seminar, Transfer, Langzeit, Seminarberichte, Kursbegleitung)

 

1.2       Bildungs-Plan (BEP, Bayerischer Bildungs- und Erziehungsplan)

Im Mittelpunkt steht das Kind als eine von Anfang an kompetente, seine eigene Erziehung und Bildung 
mitgestaltende Persönlichkeit. Bildung ist ein sozialer Prozess und ein Prozess der Ko-Konstruktion 
und Sinn-Konstruktion, die von Anfang an beginnt.

Spielen und Lernen sowie Entwicklung und Bildung stellen zwei Seiten einer Medaille dar.[12]

Lernen findet in konkreten sozialen Situationen und Interaktionen statt.[13]

Ein Prinzip ist die bedingungslose Akzeptanz und Wertschätzung des Kindes,

ein anderer Umgang mit individuellen Unterschieden

und eine primäre Orientierung an den Stärken des Kindes.

 

Der BEP richtet sein Hauptaugenmerk auf:

-          Lernmethodischer Kompetenz (Anm: Fähigkeiten)

(Lust und Freude am Lernen wecken und Spaß haben, immer wieder neue Dinge zu lernen / S.23)

Voraussetzung ist, das Wissen in lebensnahen, fachübergreifenden, sozialen und problemorientierten 
Kontexten erwerben und anwenden zu können.

        (Infos schaffen und verarbeiten, Wissen aufzuarbeiten)

         Wissen nutzbar machen (Transfer und Anwendung)

         Lernen lernen, Nachdenken über das eigene Denken (Metaebene) S.41

-          Stärkung der Widerstandsfähigkeit

-          Stärkung der Autonomie, Mitverantwortung und Teilhabe des Kindes [14]

-          Förderung weiterer Basiskompetenzen:

        Personale Kompetenzen

a)      Selbstwertgefühl

b)      Positive Selbstkonzepte (sozial, emotinal, körperlich, akademisch)

c)      Autonomieerleben (Freiräume u. Mitbestimmungsmöglichkeiten)

d)      Kompetenzerleben

e)      Resilienz (Widerstandsfähigkeit)

f)        Kohärenzgefühl (Sinnhaftigkeit, bewältigungsmöglichkeit)

 

         Motvationale Kompetenzen

a)      Selbstwirksamkeit (Autopoiese, Selbstorg., Beeinflussung der Mit-Welt)

b)      Selbstregulation (Verhalten steuern, Emotionen kontrollieren)

c)      Neugier und Individuelle Interessen

 

         Kognitive Kompetenzen

a)      Differenzierte Wahrnehmung (Sinne nutzen)

b)      Denkfähigkeit (Logisch denken, Hypothesen bilden)

c)      Wissensaneignung

d)      Gedächtnis

e)      Problemlösefähigkeit

f)        Kreativität

 

         Physische Kompetenzen

a)      Übernahme von Verantwortung für Gesundheit und Wohlbefinden

b)      Grob- und feinmotorische Kompetenzen

c)      Fähigkeiten zur Regulierung von körperlicher Anspannung (Entspannung)

 

         Soziale Kompetenzen

a)      Gute Beziehungen (zu Erwachsenen und Kindern)

b)      Empathie und Perspektivenübernahme

c)      Fähigkeit, verschieden Rollen einzunehmen

d)      Kommunikationsfähigkeit (Begriffe, Gestik, Mimik)

e)      Kooperationsfähigkeit

f)        Konfliktmanagement

 

         Orientierungs-Kompetenz

a)      Werthaltung (Christl. Werte, Regeln...)

b)      Moralische Urteilsbildung (ethische Dilemmata, lebenspraktische Fragen)

c)      Sensibilität und Achtung von Andersartigkeit (Behinderung, Hautfarbe...)

d)      Solidarität

 

         Verantwortungsübernahme

a)      Verantwortung für das eigene Handeln

b)      Verantwortung anderen Menschen gegenüber

c)      Verantwortung für Umwelt und Natur

 

         Demokratische Teilhabe

a)      Grundkenntnisse über Staat und Gesellschaft

b)      Akzeptieren und Einhalten von Gesprächs- und Abstimmungsergebnissen

c)      Einbringen und Überdenken des eigenen Standpunktes

1.3    Schlüsselkompetenzen
Im Zentrum der Seminare des Caritas-Instituts für Bildung und Entwicklung steht die Persönlichkeits- Kompetenz. Als Ausdruck einer ausgeprägten Persönlichkeitskompetenz werden Selbstreflexion, Selbstvertrauen, Gestaltungskraft, Kreativität und Lernbereitschaft verstanden. Zum verantwortungsbewussten Handeln gehört auch, dass eigene Bedürf­nis­se und Interessen berücksichtigt werden. Den wichtigsten Aspekt der Sozialkompe­tenz stellen die Vernetzungs- und Teamfähigkeit dar. Konflikt- und Durchsetzungs­fähig­keit sind wichtig, um die Belange der Klienten in einer sich ständig verändernden sozialen Realität wirkungsvoll vertreten zu können. In enger Verbindung dazu steht die Methoden- Kompetenz, die sich in der Fähigkeit und Fertigkeit ausdrückt, rasch wechselnde Inhalte schnell und sicher sich verfügbar zu machen und weiterzugeben. Die Fachkompetenz umfasst die Fähigkeit und Bereitschaft, die Probleme mit den vorhandenen Mitteln und entsprechend den geltenden Standards zu bearbeiten und zu lösen. Das Verstehen gesellschaftspol­itischer Bedeutungszusammenhänge ist die Basis für das Einmischen und Mitgestalten der Fachdiskussion. Die umfassende Kompetenz ist die systemisch-ökologische Kompe­tenz. Sie erfordert eine vernetzte Denkweise und bringt die Verbindung von Natur, Kultur und sozialem Gefüge zum Bewusstsein und äußert sich zudem in einem verant­wortungs­vollen Umgang mit allen Ressourcen des Menschen und seiner Mit-Welt.

 

Grundsätze in der Weiterbildung
Weiterbildung im Caritasverband basiert auf der Überzeugung, dass Weiterbildungs­veranstaltungen ein Angebot an Mitarbeiter/innen sind, die berufliche und persönliche Situation zu reflektieren und eine Balance zwischen beruflichen Anforderungen und der eigenen Persönlichkeit zu finden. Damit ändert sich auch die Rolle des Weiterbildners. Sie/er hat zunehmend beratende und unterstützende Funktion und steht mit den Teilnehmer/innen in einem partnerschaftlichen Austausch. 

(Quelle: Standpunkt Weiterbildung, Caritas-Institut für Bildung und Entwicklung, München)

2       Menschenbild

-         Das Kind ist auf Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit angelegt.

-          Mit Neugier und Kompetenzen ausgestattet erkundet und erforscht es eigenaktiv ... 
           sich selbst und die Welt.

-          Dies erfordert die Akzeptanz und Respektierung des Kindes

-          Impulse gebende und unterstützende Begleitung

-          Förderung der Eigenaktivität und Selbstgestaltung (Selbstorganisation)

-          Achtung des Wohlbefindens und des Selbstwertgefühls in nachhaltiger weise

-          Erfahrungs- Lern- und Kommunikationsprozesse werden gemeinsam getragen

-          Alle Beteiligte können Lernende und Lehrende sein.

-          Mit den Kindern gemeinsam werden Regeln und Grenzen ausgehandelt

-          Kinder sind Akteure im Bildungsprozess mit eigenen Gestaltungsmöglichkeiten

-          Subjektstellung der Kinder im Bildungsgeschehen

-          Aktive und angemessene Beteiligung an Entscheidungs- /Handlungsprozessen

-          Entsprechend dem Demokratieprinzip sind alle Erziehungs- u. Bildungspartner 
           angemessen an wichtigen Entscheidungen zu beteiligen[15]

 

2.1   Fähigkeiten und Fertigkeiten

         „Was ich erzwinge, trägt immer den Preis der Zerstörung“ (ul)

-          Ein breites Spektrum an Fähigkeiten hat Vorrang vor dem Einüben von Fertig­keiten.

-          Nur Fähigkeiten haben Spielraum und ermöglichen Flexibilität und Anpassungs-Prozesse.

-          Jeder Mensch hat die Potentiale zur Ausbildung aller für ihn wichtigen Fähigkeiten.

-          Fähigkeiten brauchen Beachtung, Raum und Zeit. Kinder lernen sie durch Vorbilder im 
           spielerischen ausprobieren.

-          Es gibt keine Defizite. Es gibt nur Fähigkeiten, die mitunter im unpassenden Kontext 
           gelebt werden oder verdichtet (gefroren) sind (ungelebte Fähigkeiten).

 

2.2   Werte in der Subjektorientierten Pädagogik:  (Lebensräume erschließen [16])

Christliche Bildung

-               Betrachtet den Menschen als Subjekt

-               Geschieht Situationsorientiert, d.h. sie thematisiert die rel. Inhalte mit Blick auf

                die Situationen des Kindes

-               bildet eine sich selbst bestimmende Persönlichkeit heran

-               die sich erst in der Wechselbeziehung zu Mitmensch und Mit-Welt entfaltet

-               Geht auf die grundlegenden existenziellen Lebensfragen ein

-               Gibt der Sinn-Suche und Sinn-Zusammenhängen Raum

Realisierung von Glaubensmomenten im täglichen Umgang –

Verkündigung durch die Tat

-               Orientierung an der Lebenswirklichkeit von Kindern, Familien, Erzieherinnen...

-               Die Subjektwerdung von Kindern unterstützen

-               Ein heilendes Milieu (der Gemeinschaft) aufbauen

-               Offenheit für verschiedene Herkunft und Religion

Eine bedingungslos positive Zuwendung zum Kind (ohne Vor-Leistungen)

-               durch stabilisierende, heilende Begegnung

-               durch Erfahrung eines echten Interesses

-               Lebensräume, in denen Kinder Solidarität erfahren

-               und Mit-Welt mitgestalten können (Projektarbeit)

-               eigene Werte kennen lernen

-               und Verantwortung für sich und andere tragen

Eine Positive, bejahende Einstellung zum Leben

-               trotz Widerwertigkeiten und Leid

-               Mitgestaltung als Aufgabe sehen

-               Sich und andere akzeptieren

Die einmalige Würde des Menschen achten, als Geschöpf Gottes

-               Der Mensch ist von Gott gewollt und geliebt

-               Unabhängig von Rasse und Geschlecht

-               Mit einem hohen Grad an Freiheit

Der besondere Stellenwert des Kindes würdigen

-               Gott ist als Kind zur Welt gekommen

-               Gott stellt das Kind als Vorbild in die Mitte

Erziehung ist ein Angebot der Beziehung zu eigenständigen Subjekten

-               Kindern bei der Persönlichkeitsentwicklung helfen

-               Freie Räume der Artikulation ihrer Fragen und Bedürfnisse ermöglichen

-               Die Entfaltung ihrer Anlagen und Fähigkeiten unterstützen

-               Rel. Werte über das Erleben in alltäglichen Begegnungen vermitteln

-               Erweiterung von Erlebnishorizonten ermöglichen

Verantwortung für die Schöpfung übernehmen (als Antwort auf die Freiheit)

-               sich selbst gegenüber

-               der Mit-Welt und der Natur gegenüber

Die besondere Beziehung zur Natur erfahren

      -    Einbindung in die Natur erleben

Sittliche Dimensionen des Lebens aufgreifen

-               Dem Bedürfnis nach Orientierung Rechnung tragen

-               Auf Fragen wie „Was soll ich tun, was darf nicht sein...“ eingehen

Transzendenzoffenheit  zeigt die Offenheit für Religion

-               Fragen aufgreifen woher wir kommen, wer die Welt gemacht hat,

-               Was geschieht, wenn man gestorben ist

Feiern als elementares Merkmal des Menschen

-               Ausdruck für Dankbarkeit und Empfindungen, Einstellungen,  Erinnerungen

Kritische Anfragen an den Glauben als Chance für ein offenes Gespräch sehen

 

2.3  Ethische und religiöse Bildung
Bildungs- und Erziehungsplan (BEP)

-          ... geht von den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Kinder aus.

-          Kinder suchen nach Antwort auf große Lebensfragen oder einschneidenden Lebenserfahrungen.

-          Kinder brauchen Erfahrungen und Orte, die ihnen ein Grundvertrauen in das Leben vermitteln.

-          Religion bietet grundlegende Sinndeutungen menschlichen Lebens und Zusammenlebens.

-          Kinder erfahren das Leben aus den Grundhaltungen des Staunens, Dankens und Bittens 
           grundsätzlich als Geschenk.

-          Eine hinter naturwissenschaftl. Phänomene blickende Perspektive ermöglichen, die nach 
           Sinn und Bedeutung, nach dem Woher, dem Wohin und dem Wozu frägt.

-          Kennen lernen von Ritualen, Festen und sakralen Räumen und deren Wirkung.[17]

 

In Bildungsprozessen sind die, in lebendigen Erfahrungen begründeten Wertepräferenzen wichtiger 
und 
wirksamer als die logisch-wissenschaftlichen Wertformulierungen.[18]

 

Wem Gottes- und Nächstenliebe eins sind, wird auch Fehler machen, auch gelegentlich unprofessionell 
handeln, aber er weiß sich immer wieder – in einer letzten religiösen Perspektive, die auch die 
Vergebung einschließt – auf den Weg der Nächstenliebe, des Respekts, und der Achtung zurückgerufen.[19]

 

Gebot der Liebe [20]

Den christlichen Glauben kann man in seinem Kern in einem Satz zusammenfassen: Gott liebt jeden 
Menschen.  Glauben heißt, sich diese Liebe gefallen zu lassen und auf sie zu antworten. Gott zurück zu 
lieben das ist alles.

Alles andere (Gebote, Normen, Dogmen, Beten...) sind nur ein Buchstabieren und Entfalten dieser 
einen grundlegenden Wahrheit. (S.5)

Liebe heilt. Anerkannt und geliebt zu werden, wirkt Wunder. (S.7)

Liebe ist immer kreativ. Liebe lebt von Begegnung, vom Gegenüber, von der Ansprache, von der 
Berührung,  von der Möglichkeit zu schenken und beschenkt zu werden. (S.17)

Liebe bedeutet auch, jedem Menschen das Zustehende zu gewähren, sich für sein Recht und Wohl-
ergehen einzusetzen und ihn vor jedem Schaden zu bewahren und ihn als Mensch zu bejahen und 
anzunehmen. (S.45)

Die Gläubigen sollen den Willen Gottes in der Welt zu verwirklichen suchen

z.B. der Einsatz für Friede und Gerechtigkeit, für Menschenrechte und Be­wahr­ung der Schöpfung und 
die Liebe,  die Gott schenkt, weitergeben. (S.13)

Weil Gott den Menschen liebt, hat er ihm Hilfen zur Orientierung geschenkt. Die erste Orientierungs-
hilfe ist  das Gewissen. Die Kirche fordert absoluten Gehorsam gegenüber dem Gewissensspruch selbst 
angesichts der Möglichkeit von (Selbst-) Täuschung. (43)

Je größer unser Weltbild und Menschenbild wird, umso größer wird auch der Schöpfer, Gott.  
(S. 11 // Anm.: Anthropisches Prinzip)

Der ganze Kosmos, Materie und Energie, Raum und Zeit haben ihren Grund in Gott. Gott hat die Welt 
erschaffen,  weil er sie liebt. (17)

In ihrer Schönheit und Fülle verweist die Schöpfung  auf den, der sie gemacht hat. So erfährt der 
Mensch in und  durch die Schöpfung, in der er lebt, zugleich auch Gottes wohlwollen. (21)

Glaube beinhaltet die Gewissheit, dass wir über den Tod hinaus von Gott geliebt und angenommen 
werden. (11) 
Einheit meint nicht Uniformität. Der Glaube kann und muss sich in verschiedenen Ausdrucksformen 
verwirklichen. (27)

Gebet ist Beziehung... „Seine Seele in die Sonne halten“, auch das ist Gebet. (31) 
Der Betende lässt das Leben  um ihn herum, Menschen und Ereignisse, Dinge und Gedanken in sich 
einsinken. Er schaut tiefer. So kann die  Welt und das Leben durchsichtig auf Gott werden. (32)

 

2.4  Beobachtung und Entwicklungsbegleitung

Bedeutsam ist eine kontinuierliche Beobachtung und Dokumentation, um Entwicklungsschritte auf-
zeigen zu können (Im Team, im Gespräch mit dem Kind und den Eltern)

Feste Beobachtungsbögen haben die Gefahr der Stigmatisierung und „Bewertung“

Beschreibende Beobachtung: Ausdrucksformen (Krenz), Lebensthemen, Fähigkeiten und (noch) nicht 
gelebte  Fähigkeiten, Fertigkeiten.

Beobachtung ist Arbeit am Kind und gibt Kind Raum (Fähigkeiten finden).

 

BEP: Einblick in die Lern- und Entwicklungsprozesse, um die Qualität von pädagogi­schen Angeboten 
festzustellen und weiterzuentwickeln (Instrumentalisierung ?)

Beobachtung erleichtert den Fachkräften[21]

-          die Perspektive des Kindes, sein Verhalten und Erleben besser zu verstehen

-          Einblick zu bekommen in die Entwicklung und das Lernen des Kindes, seine Fähigkeiten und 
Neigungen

-          Information über den Verlauf von Entwicklungs- und Bildungsprozessen

-          Grundlage, um Eltern kompetent zu informieren und zu beraten

-          Gezielte Reflexion und Ausgestaltung pädagogischer Angebote

-          Basis für einen gezielten Austausch im fachlichen Netzwerk und Kooperation

-          Qualität und Professionalität der Arbeit darstellen

Grundsätze der Beobachtung:

-          wird für alle Kinder durchgeführt

-          gezielt und regelmäßig

-          breit angelegt (wesentliche Entwicklungs- und Lernprozesse)

-          Bezug zu Lernbereitschaft, Entwicklungsfortschritten, Wohlbefinden, soziale Bezüge zu 
           Kindern und päd. Bezugspersonen

-          Einheitliches Grundschema in einer Einrichtung

-          Unterschiedliche Methoden: Produkte sammeln, Freie Beobachtung und Aufzeichnung, 
Strukturierte Beobachtung und Aufzeichnung

-          Wenn sinnvoll, Perspektive der Kinder, Eltern und Kooperationspartner einbeziehen

 

2.5  Ganzheitlichkeit  

Den Defiziten an unmittelbaren Sinneserfahrung ist durch ganzheitliches Lernen entgegenzuwirken.[22]

Ganzheitliches Denken bedeutet, dass die grundsätzliche Verflochtenheit des Menschen mit seiner 
natürlichen Umwelt in Fragestellungen und Modelle einbezogen wird.[23]

Gerade eine ganzheitliche Erziehung, eine ganzheitliche Förderung der Persönlichkeit des Kindes ist 
die beste und nachhaltigste Vorbereitung auf die Schule.[24]

Prinzip der ganzheitlichen Förderung: Ein formeller Unterricht ist nicht alters­gemäß. Bewegungs- 
und Sinneserfahrungen prägen das Bildungsgeschehen. Kinder eigenen sich Wissen über ihre Umwelt, 
sich selbst, ihren Körper und ihre Fähigkeiten durch Bewegungserfahrungen an.[25] (vgl.Pechtl)

 

2.6   Projektarbeit

Bei der Projektarbeit haben sich einige Grund-Bausteine herauskristallisiert:

-          Alle Projektgruppen-Mitglieder bestimmen das Ziel mit

-          Die Teilnahme ist grundsätzlich freiwillig, aber verbindlich

-          Es werden eigene Ressourcen und Ressourcen von außen einbezogen

-          Unterstützungs-Gruppen dürfen nicht die Ziele manipulieren oder ändern

-          Das Ziel kann sich im Laufe des Projekts verändern, wenn die Projektgruppe 
           damit einverstanden ist

-          Das Ende sollte immer mit einem passenden Fest gestaltet werden

-          Das Projekt-Ende ist oft ein Anfang für ein neues Projekt

 

Auch können demokratische sowie die Werte der katholischen Soziallehre (die zwar sehr „abgehoben“ 
klingen, 
aber sehr tief greifend wirken) insbesondere in der Projektarbeit gut verwirklicht werden:

-          Mitbestimmung: Die freie und gleichberechtigte Willensbildung und Mitgestaltung von 
Projektphasen.  Kinder können lernen das Verhalten anderer Menschen und den Sinn von Regeln zu 
hinterfragen und zu  diskutieren, und neue Vorschläge zu entwickeln. Im Grunde ist es schon Projekt-
arbeit, wenn alle 
Beteiligten  über ihre Ziele (Wünsche, Hoffnungen) ins Gespräch kommen und gemeinsam ein Ziel für 
sich als Gruppe  finden und unter Einbeziehung der vielfältigen Ideen umsetzen können. Natürlich 
nicht von heute auf morgen  und zunächst versuchsweise... eben als Projekt.

-          Subsidiarität, die Stärkung der Selbstkompetenz. Eine „höhere“ Ebene übernimmt nur jene 
Aufgaben,  welche die „untere“ Ebene nicht alleine übernehmen kann. Was Kinder können, machen 
nicht die päd. Mitarbeiterinnen und Eltern (z.B. Bastelarbeiten, Ausflugziele bestimmen, Ideen für 
das Sommerfest...), was  eine Gruppe kann, macht nicht die Leitung oder der Träger...

-          Personalität, die Entfaltung der eigenen, einzigartigen und unver­wechsel­baren Persönlich-
keit erfordert von den pädagogischen Fachkräften eine professionelle pädagogische Grundhaltung: 
Jeder Mensch  wird bedingungslos positiv angenommen. Jeder Mensch und jedes Kind ist einzigartig 
und hat besondere  Fähigkeiten, Fertigkeiten, Lebenserfahrungen und Wissen, welche für ihn und die 
Gruppe eine wertvolle 
Ressource sind. Das Verhalten des Menschen ist durch bestimmte Lebenserfahrungen geprägt und 
kann durch neue Erfahrungen und Begegnungen weiterentwickelt werden.

-          Solidarität: Neben der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit hat jeder Mensch die Möglichkeit 
und die Verantwortung für das Gemeinwohl zu sorgen. Dies wird verwirklicht, indem man sich achtet 

und voneinander lernt, und indem man andere Menschen bei Problemen, in persönlichen Krisen und Not-
situationen  unterstützt, Mitgefühl zeigt und Hilfe anbietet.

Die hauptamtlichen Mitarbeiter in Kindertagesstätten haben darüber hinaus die Aufgabe, die Würde 
und Menschenrechte der Kinder zu achten und zu schützen und Vertreter für die Interessen und 
Bedürfnisse der  Kinder zu sein, wo die Kinder selbst dies nicht tun können, um ein „heilendes Milieu“  
für die Entwicklung  der Kinder zu fördern.

 

Gerade in christlichen Einrichtungen sollte das Kind immer im Mittelpunkt der pädagogischen Inter-
essen und organisatorischer Entscheidungen stehen. Die Balance zwischen Mündigkeit und An-
passungsfähigkeit 
ist in Subjektorientierten Ansätzen eine bedeutende pädagogische Aufgabe, die 
viel Selbstorganisation  durch die Kinder, Beobachtung durch die pädagogischen Mitarbeiterinnen und 
gezielte pädagogische  Entwicklungsimpulse erfordert. Diese Herausforderungen können gerade in der 
Projektarbeit hervorragend  eingebunden werden.

 

Es macht einen sehr bedeutenden pädagogischen Unterschied, 
ob Projekte von Kindern,  mit Kindern oder für Kinder durchgeführt werden. 

-          Projekte von Kindern sind Formen der Selbstorganisation von Kindern in Projektgruppen, die 
von pädagogischen Mitarbeiterinnen begleitet und unterstützt werden.  Entscheidungen über die 
Themenwahl, Zielsetzung und Umsetzung gehen von den Kindern aus.  Die pädagogischen Fachkräfte 
ermöglichen den Kindern insbesondere Zeit und Raum für das Projekt und unterstützen die Kinder, wenn 
Unterstützung angefragt wird – indem weitere Möglichkeiten gemeinsam entwickelt werden. Diese 
Form der Projektarbeit  wird im ersten Teil des Buches beschrieben.

-         Projekte mit Kindern sind Projekte, bei denen die Entwicklungsförderung von Kindern im 
Vorder-grund  steht. Hier ist die Beobachtung der Kinder eine zentrale Aufgabe. Noch nicht entfaltete 

Fähigkeiten und  Fertigkeiten sollen durch diese Form der Projektarbeit Raum zur Entwicklung be-
kommen und Verhaltensfor men, die für das Kind und die Mit-Welt zu Problemen führen, sollen durch 
alternative Verhaltens- möglichkeiten  erweitert werden, um die Sozialkompetenz zu stärken. Es gilt 
zentrale Lebensthemen (Herzens­themen) der Kinder zu erkennen und durch Projekte einen guten und 
heilsamen Verhaltens-Spielraum und ein 
interessantes Lernfeld zu ermöglichen. Die Kinder werden zu Ko-Konstrukteuren ihrer Entwicklung. 

 

2.7  Autopoiese

Kinder werden im angehenden 3. Jahrtausend zunehmend als Co-Konstrukteure ihrer Entwicklung 
(Strukturelle  Koppelung) gesehen.

Maturana und Varela definieren das Leben als eine Einheit, die in der Lage ist, sich selbst zu organi-
sieren und zu erhalten. Der zentrale Begriff der Santiago-Theorie lautet daher auch Autopoiesis, 
zusammengesetzt  aus den griechischen Wörtern autos (selbst) und poiein (machen): die allem Leben-
digen zugrunde liegende Kraft liegt in der Aufrechterhaltung eben die­ser Fähigkeit zur Selbstorgani-
sation.  M.Reitz,Koop 196

Autopoiesis meint auch die Selbstbestimmung des eigenen Entwicklungsweges und der Fortschritte.  
Konrad Zaiss  (vgl. Resilienz)

Autopoietische Systeme wie der Mensch sind letztlich nicht von außen steuerbar, sondern nur beein-
flussbar.  Dies hat große Auswirkungen für die Pädagogik, die Lebensthemen und Sinn-Ziele aufgreifen 
muss, um einen  Zugang zur Persönlichkeit des Menschen und seinen Lebensthemen zu finden 
(„Strukturelle Koppelung“).  

 

2.8  Konstruktivismus und Coaching

Kinder als Mitgestalter ihrer Weltaneignung erschaffen sich ihr eigenes Weltbild. [26]

Es gibt keine beweisbare Objektivität (Wahrnehmungs-Filter, Unschärferelation).

Jeder Mensch errechnet sich aus seinen individuellen Wahrnehmungen eine Welt und benötigt 95% 

seiner geistigen Energie dafür, neue Wahrnehmungen in sein selbst geschaffenes Weltbild einzufügen
(Heinz v. Foerster)

Jeder Mensch hat vermutlich das bestmögliche Verhaltensmuster entwickelt, dass ihm unter den 
bisherigen Lebensumständen und Sinn-Konstruktionen möglich war.  

Für die Zufriedenheit des Menschen, sein Glück und Erfolg, ist es sehr bedeutend, dass seine Arbeit und 
seine Beziehungen zumindest subjektiv sinnvoll sind, also in Zusammenhang mit den eigenen Werten, Zielen,

Wünschen und Visionen stehen. Oft geht durch Alltagsroutine und Fixierungen der bezug zu einem oder 
mehreren dieser Faktoren verloren, oder es gelingt nicht mehr, einen sinnvollen Zusammenhang zu 

konstruieren. Hier kann Coaching eine wertvolle Hilfe sein, um Klarheit bezüglich dem eigenen Standpunkt, 
die momentane Situation und die Steuerungsmöglichkeiten und Ressourcen zu bekommen. Dann ist es möglich, 

den Sinn-Zusammenhang zu erkennen, zu entdecken, oder Fixierungen zu lösen und einen neuen Blickwinkel zu

gewinnen (Refraiming). Eine Persönlichkeit wird erst wirkungsvoll, wenn ihre Werte und Ziele stimmig verwirk-
licht werden können und einen Sinnzusammenhang finden. Dies ist auf Dauer nicht ohne ein wertschätzendes 
Zusammenspiel mit der Mit-Welt (Mitmenschen und Schöpfung) möglich.

Wer seine Werte und Ziele aus den Augen verliert, vervielfacht oft seine Anstrengungen im Aktivismus, ohne  
dass dabei eine Weiterentwicklung möglich ist und die Arbeit als sinnvoll erlebt wird.

 

2.9  Systemtheorie

System bezeichnet eine Gruppe interagierender oder vernetzter Teile, die eine zusammenhängende 

Einheit bilden.  R.Greenway,Koop 238

Ein System ist eine Selbstorganisierende Ganzheit, deren Teile unter­schied­­lich miteinander 

verknüpft sind und zusammenwirken.

Durch Wechselwirkung und Beziehung entstehende Eigenschaften einer Ganzheit (System), die 

keiner seiner Teile besitzt. Das Ganze ist also mehr, als die Summe seiner Teile. vgl.Capra,S.234

Vier Kriterien sind die Grundlagen des Systemischen Denkens:

1. Von den Teilen zum Ganzen: 

Im Mittelpunkt steht das Grundmuster, aus dem heraus man ganzheitlich die Teile zu Verstehen sucht

2. Von Objekten zu Beziehungen: 

Wesentliche Eigenschaften von Objekten leiten sich aus den Beziehungen zu anderen Objekten ab.

3. Von Strukturen zu Prozessen: 

Jeder Prozess betrifft Strukturen und jede Struktur ist eine Manifestation von Prozessen.

 

Von der Objektivität zur Konstruktion der Realität: Systeme nehmen die Umwelt selektiv wahr und 

konstruieren sich auf diese Weise ihre eigene Umwelt.    Capra,246f

Im Gegensatz zum logischen und linearen Denken von einem bestimmten Standpunkt aus, versucht 

das systemische Denken aus der Zusammen­schau von verschiedenen Perspektiven ein ganzheitliches 

Bild zu gewin­nen, ohne den Anspruch auf Objektivität. Da jede Sichtweise ohnehin subjektiv ist, 

kann bestenfalls eine intersubjektive Sichtweise entstehen. 

In der Systemischen Therapie und Beratung sind die Klienten „Symptomträger“. Das Problem ist 

Ausdruck eines Systems (Fähigkeiten-Feld) , das an der gerade schwächsten oder sensibelsten Stelle 

sichtbar wird. 

 

2.10    K3: Kooperation, Kommunikation, Kreativität

Kommunikation, Kooperation und Kreativität sind die Ur-Kräfte der Evolution.

Darwins Diktum »The survival of the fittest« wurde immer übersetzt im Sinne von »Das Überleben des 
Stärkeren«. Bei genauerem Hinsehen kann man es mit »Das Überleben desjenigen, der passt«

übersetzen.  Koop 197

Der Begriff des »Passens« meint einen gegenseitigen Anpassungsprozess mit der Umwelt, die Kunst, 

eine optimale Nische zur eigenen Entfaltung zu finden. (Viabilität)

Der menschlichen Evolution misstrauen viele Pädagogen in der Erziehung und Bildung, und versuchen, 

sich über die Millionen Jahre bewährte mensch­liche Entwicklung mit natürlichen Spielräume zu 
stellen, indem sie vorschnell Fertigkeiten trainieren, anstatt Raum für die Entfaltung der Fähigkeiten zu 

ermöglichen, und Dinge ohne Lebensbezug vermitteln.

Im Mittelpunkt von Darwins Denken steht die Erkenntnis, dass alle leben­den Organismen durch 

eine gemeinsame Abstammung mitein­an­der verwandt sind.   Fritjof Capra,Koop100

2.11      Delphin Management
Hierbei geht es um elegante Lösungen zur Zielerreichung. Als Grundtypen und Metamorphosen
werden Delphine, Haie und Karpfen unterschieden. Es geht darum, die Welle als Organisations-
Prinzip zu erkennen, zu „reiten“ und rechtzeitig zu verlassen, um die Kraft einer neuen Welle zu 
nützen.
„Delphine“ kennen ihren Standort und ihre Ziele und können daher steuern und den Kurs stets 
korrigieren. Sie verfügen über die 3K-Fähigkeiten, können Loslassen und den Flow-Punkt der 
Wellenberge genießen. Sie sind offen für alles, was funktioniert, sind flexibel, können aus 
weniger mehr machen
(Synergie) und helfen jedermann mit seinen Kompetenzen Erfolg zu haben. 
Delphine fühlen sich für ihre Handlungen und Gefühle verantwortlich. Neben Delphinen gibt es die 
linear denkenden und machtsüchtigen Haie, die auf den Mangel und Opferhaltung fixierten 
Karpfen und die pseudo-erleuchteten Karpfen. 
Lynch,Kordis, DelphinM

2.12      Flow Teams
Flow-Teams setzen gezielt auf die Kraft der Selbstorganisation. Sie sind fähig, mit auffallender 
Effizienz einen hohen *Komplexitätsgrad zu bewältigen, und erleben dabei *Quantensprünge der 
Kreativität. Die Arbeitsweise zeichnet sich neben Kreativität und Flexibilität durch einen sehr 
schnellen und sehr dichten Informationsfluss
aus, der um so besser funktioniert, je komplexer 
die zu be­wäl­tigenden Aufgaben sind.
Die verbindliche Einigung aller Teammitglieder auf gemeinsam erarbeitete Spielregeln zielt darauf 
ab, über eine Steigerung von gegenseitigem Vertrauen und Anerkennung, ein Feld klarer gemeinsamer 
Visionen und Ziele
entstehen zu lassen, das dem einzelnen Sicherheit gibt und ihm erlaubt über sich 
selbst hinauszuwachsen.   M.Csikszentmihaly,Koop 443

»Flow-Team-Dynamiken« gehen als Managementmetho­de von einem ganzheitlichen Menschenbild aus, 
in dem der einzelne Mensch seinen Beitrag zum Team nicht nur durch sein Fachwis­sen, sondern auch 
durch sein emotionales und intuitives Wesen leistet.  M.Csikszentmihaly,Koop 446

a) Das Signal-Processing
Hier wird untersucht, welche Information der »Störenfried« über den Zustand des Systems zum 
Ausdruck bringt, anstatt ihn zu bestrafen.
Systemisch gesehen sind diese Signale wertvolle Hinweise auf versteckte »Fehler« im System, auf die eben 
einzelne Teammitglieder sensibler reagieren als andere. Signal-Processing ist das Werkzeug, um diesen S
ignalen auf den Grund zu gehen, die Botschaft zu entschlüsseln und die neue Information für alle 
nutzbar zu machen.

b) Das Genie-Profil
Bei den Genie-Profilen geht es darum, die »einzigartige Fähigkeit« jedes Mitgliedes herauszuarbeiten 
und bewusst zu nutzen
. Der Begriff »Genie« bezeichnet hier die Einzigartigkeit jeder Person in ihrem 
Beitrag für die Ziele des Teams. Das Herausarbeiten dieses Beitrages durch das Team bewirkt für den 
einzelnen aber die Anerkennung des eingebrachten eigenen Poten­tials sowie seiner Einzig- und »Andersartigkeit«. Damit erhält das Mitglied eine Identität, um die es nicht kämpfen muss und zu der 
es im Team keine Konkurrenz gibt. 

c) Meta-Generation
Die Dynamik der Meta-Generation er­möglicht eine Reflexion über den jeweils durchlaufenen Prozess. 
Dabei geht es darum, dass das Team die hilfreichen Mechanismen seiner Zusammenarbeit, die zu 
Durchbrüchen oder effektiveren Entwick­lungen von Lösungen geführt haben, herausarbeitet, festhält 
und aus ihnen neue Arbeitsstrategien entwickelt. Dadurch
lernt die Gruppe, die erfolg- reichen Kooperationsformen zu erkennen, zu verfeinern und gezielter einzusetzen.
Daraus lassen sich wertvolle Hinweise über die fruchtbare Kooperation der Mitglieder, über den 
Rhythmus der Selbstorganisation
sowie die Verbesserung des Informationsflusses ableiten. 
Lewis Graham,Koop 448 f


2.13       Emergenz-Steigerung
Spontan neu auftretende Eigenschaften
auf einer höheren Ebene der Kom­plexität, die auf einer 
niederen Ebene nicht existieren. C.D.Broad in Capra,234
Jedes lebende *System gelangt gelegentlich an instabile Punkte (Krise), an denen einige Strukturen 
zusammenbrechen und sich spontan neue Verhal­tensmuster und Ordnungen herausbilden. Die *Kreativität,  
die Erzeugung von Formen, die ständig neu sind, ist eine Haupteigenschaft aller lebenden Systeme.  
Capra,315
Durch einbringen individueller Fähigkeiten (bottom up) und sich Einordnen in sinnvolle Gruppenregeln 
(top down) entstehen Synergie-Effekte und ermöglichen eine Grup­penleistung, welche die Summe der 
Einzelfähigkeiten überschreitet. Durch gemeinsame Bewältigung von Komplexität können immer höhere Emergenz-Ebenen erreicht werden.   

3.   Einer narzisstischen Gesellschaft entgegen wirken
Heinz-Peter Röhr weist darauf hin, dass in der westlichen Gesellschaft Menschen fast unvermeidbar 
narzisstische Symptome und Störungen entwickeln, wenn sie die Karriereleiter hochklettern oder den 
Arbeitsplatz erhalten wollen. Das Festhalten an Macht um der Macht willen ist ein deutlicher Hinweis darauf.
Wenn kein echtes, starkes Selbstwertgefühl vorhanden ist, sondern eine starke Bedürftigkeit, besteht 
die Gefahr auf krankhafte Weise zu Massenverführer zu werden um die Minderwertigkeit zu kompensieren.
Maßlosigkeit und eine ausbeuterische Haltung anderen und sich selbst gegenüber prägen dann das 
Lebensgefühl. Die Suche nach immer stärkeren Reizen führt oft zu Perfektionismus und Vollkommen-
heitswahn. Gefühle werden sorgsam versteckt, kontrolliert und beherrscht. Das Klima im Betrieb und 
der Gesellschaft wird zunehmend kälter und rücksichtsloser. (Siehe auch den Artikel "Besserwisser sind out" 
unter Sozialpaedagogik/Mitwisser auf dieser Homepage).

Das Phänomen Entsoldarisierung nimmt weltweit zu. Das wesentliche Problem des "Eisenofen-Menschen" 
(der Name ist von dem gleichnamigen Märchen abgeleitet) ist die Beziehungs-Unfähigkeit. Der Körper wird 
häufig zum Statussymbol gemacht, Aussehen und Fitness finden eine überwertige Beachtung. (27)

Anerkennung für die erbrachte Leistung wird mit Liebe verwechselt und die oft vergebliche Suche nach 
Sinn und Werten für das Leben führt zu Wahrnehmungsstörungen, Missbrauch und zur Sucht in vielfältigen Ausprägungen: Sport, Arbeit, Einkauf, Extremerfahrungen, Sexualität, Computer...
Es wird viel Geld und Zeit investiert um einen Zugewinn an Weisheit zu ermöglichen, aber oft ohne bereit zu 
sein die eigenen Schattenseiten zu betrachten. Auch ein erleuchteter Narzisst bleibt aber ein Eisenofen- 
Mensch. Oder um ein biblische Gleichnis aufzugreifen: Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass 
ein Mensch, der auf Macht und Reichtum fixiert ist und die Liebe nicht kennt, in das Paradies kommt, und 
das nicht erst nach dem Tod, sondern schon zu Lebzeiten.

Es gibt allerdings auch eine Gegenströmung, die Sinn, Frieden, Wahrheit, Gerechtigkeit anstrebt, der die 
Zuneigung zur Natur und allen Lebewesen wesentlich ist und einen Bezug zum transzendenten Bereich sucht. (27) Leider, aber verständlicher Weise, sind diese Menschen selten bereit Leitungsfunktionen in narzisstischen 
Strukturen zu übernehmen. Eine Veränderung gesellschaftlicher Werte ist wohl nur durch Netzwerke zu 
erreichen, wie es z.B. im Delphin-Management  aufgezeigt wird.

4. Bildungs-Perspektive für die Zukunft: 
Systemisch-Ökologische-Kompetenz (ÖKO-SYS)
Für die Weiterbildung am Anfang des 3. Jahrtausends ist es entscheidend, Angebote zu machen, die eine 
ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung fördern und in denen eine Einbindung in die Schöpfung und Mit-Welt gleichwertig zur Einbindung in die Kultur betrachtet wird. Es gilt die Ganzheitlichkeit des Menschen mit 
Körper, Geist und Seele ausgewogen Raum zu geben und die Ur-Kräfte der Schöpfung, Raum, Zeit und Energie, 
als grundlegende Dimensionen unseres Lebens wirksam einzubinden und einen bewussten und besonnenen 
Umgang zu fördern, als Gewinn für den einzelnen Menschen und als Ressource für die ganze Menschheit.
Dies versuche ich mit engagierten Kolleginnen in den ÖKO-SYS-Seminaren (Systemisch-Ökologische- Kompetenz) 
zu verwirklichen. Nähere Informationen auf dieser Homepage unter Bildung/ÖKO-SYS und /Seminare.

[1] Projektgruppe Bildung des IBE, München, 2004
[2] Nico Stehr (in Franz, 2004, S.13)
[3] Wissenschaftrat der Dudenredaktion (in Franz, 2004, S.11f.)
[4] Rüttgers, 1999 (in Franz, 2004, S.13)
[5] Schwanitz (in Franz, 2004, S.30)
[6] Lenk (in Franz, 2004, S.30)
[7] BEP, 2003, S.8
[8] Arnold, 1994 (in Franz, 2004, S.40)
[9] Miller, 2003, (in Franz, 2004, S.54)
[10] BEP, 2003, S.24
[11] Siebert, 1993 (in Franz, 2004, S.54)
[12] BEP, 2003, S.8
[13] BEP, 2003, S.22
[14] Dr. Fthenakis, BEP, 2003, S. 9
[15] BEP, 2003, S.21 f.
[16] KTK Freiburg, 2003
[17] BEP, 2003, S.148-151
[18] Rüdiger Funiok, Vortrag am 18.3.05 im IBE
[19] Rüdiger Funiok, Vortrag am 18.3.05 im IBE
[20] Was Katholiken Glauben, Erzb. Ordinariat München, Schulreferat I, 1998
[21] BEP, 2003, S. 273 ff.
[22] BEP, 2003, S. 41
[23] Ulrich, Probst, 1995 (in Simm, 2003, S.5)
[24] Klein, 1999 in (in Simm, 2003, S.25)
[25] BEP, 2003, S.23
[26] BEP, 2003, S.148

[27] vgl. H-P Röhr, Narzissmus- Das innere Gefängnis, Walter Verlag, Düsseldorf, 2002, S.155 ff

 


 
Kreativität beginnt damit, neuen Impulsen Raum zu geben und Zufälle wirken zu lassen